Gaggia Classic

Gaggia Classic: die sinnvollsten Upgrades

Leon · 02.10.2026 · 3 min read

Gaggia Milano Holzsiebträger mit getampertem Kaffee und Gaggia Tamper vor der Gaggia Classic E24
In short:

Die drei Upgrades mit der größten Wirkung sind eine gute Espressomühle, ein passender 58-mm-Tamper mit Verteilwerkzeug und eine Waage. An der Maschine selbst musst du bei der Classic E24 und der Classic UP nichts umbauen: Beide arbeiten ab Werk mit 9 bar Brühdruck.

Warum die Gaggia Classic eine gute Basis ist

Die Gaggia Classic wird seit 1991 gebaut und ist eine der bekanntesten Siebträgermaschinen für zu Hause. Ihr größter Vorteil ist der 58-mm-Siebträger: Das ist das Format der Gastronomie, für das es Zubehör in großer Auswahl gibt.

Viele Upgrades, die für ältere Modelle empfohlen werden, sind bei den aktuellen Maschinen schon ab Werk an Bord:

Classic E24 Classic UP
Brühdruck ab Werk 9 bar 9 bar
Kessel Messing Messing
Temperaturregelung Thermostat Dual-PID für Brüh- und Dampftemperatur
Manometer nein ja
Vorbrühfunktion nein 3-stufig
Shot-Timer nein ja, im Display
Dampflanze Profi-Dampflanze Profi-Dampflanze

Quellen: happycoffee, Produktdaten der Classic UP: BaristaDelight-Produktseite.

Wer eine E24 hat, holt mit dem richtigen Zubehör viel heraus. Wer noch vor dem Kauf steht und Temperatur selbst einstellen will, ist mit der Classic UP besser bedient als mit einem Umbau.

Die Upgrades auf einen Blick

Sortiert nach Wirkung auf den Espresso. Kein Upgrade erfordert, die Maschine zu öffnen.

Upgrade Wirkung Aufwand Bei uns
Espressomühle sehr hoch gering Gaggia MDF 55
Waage hoch gering Timemore Mirror Mini
Tamper 58 mm mittel gering Gaggia Tamper mit Eschenholz, Rhino Pro Black, Barista Space C2
Verteilung (WDT) mittel gering Barista Space C3 Nadel-Tamper, Rhino Dosing-Trichter
Präzisionssieb mittel gering –
Holzsiebträger Optik, Griff gering Gaggia Milano Holzsiebträger
Milchkanne für Milchgetränke hoch gering Rhinowares 360 ml, Barista Hustle Pitcher 2.0
Pflege erhält die Qualität gering Urnex Cafiza 2, Dezcal, Rhino Screen Driver

Quellen: Kaffeemacher, Novum Coffee.

Die Upgrades im Einzelnen

1. Die Espressomühle

Die Mühle entscheidet beim Espresso mehr als die Maschine. Sie muss sehr fein und in kleinen Schritten mahlen, sonst läuft der Shot zu schnell oder gar nicht durch. Vorgemahlener Kaffee oder eine Filtermühle reichen dafür nicht. Die Gaggia MDF 55 stammt ebenfalls von Gaggia und passt optisch zur Classic; wer lieber von Hand mahlt, nimmt eine Handmühle mit feiner Verstellung wie die 1Zpresso K-Ultra oder die Comandante C40.

2. Die Waage

Mit einer Waage misst du Kaffee im Sieb und Espresso in der Tasse. Ein üblicher Startpunkt ist 18 g Kaffee für rund 36 g Espresso in 25 bis 30 Sekunden. Erst mit festen Mengen weißt du, ob eine Änderung am Mahlgrad wirklich geholfen hat.

Espresso läuft aus der Gaggia Classic E24 in eine Tasse auf der Timemore Mirror Mini Waage

3. Tamper und Verteilung

Ein Tamper, der genau ins Sieb passt, verdichtet den Kaffee gleichmäßig bis an den Rand. Vorher löst ein Nadelwerkzeug (WDT) Klumpen im Kaffeemehl, damit das Wasser nicht an einer Stelle durchschießt. Ein Dosiertrichter verhindert, dass dabei etwas danebenfällt.

Kaffeemehl im Gaggia Milano Siebträger wird mit einem Nadelwerkzeug verteilt

4. Ein Präzisionssieb

Das mitgelieferte Sieb ist solide, aber einfach gelocht. Ein Präzisionssieb mit gleichmäßigen Löchern lässt das Wasser gleichmäßiger durch. Wichtig: Das Sieb muss zum Gaggia-Siebträger passen.

5. Der Holzsiebträger

Der Gaggia-Milano-Holzsiebträger verändert nicht den Geschmack, aber Griff und Optik. Weil das Bajonett der Classic etwas anders gebaut ist als bei anderen Maschinen, passt nicht jeder 58-mm-Siebträger. Mit dem Original von Gaggia bist du auf der sicheren Seite.

6. Milchkanne

Für Cappuccino und Flat White brauchst du eine Kanne mit gutem Ausguss. Die Profi-Dampflanze der Classic schafft feinen Milchschaum, eine 360-ml-Kanne reicht für ein bis zwei Getränke.

7. Pflege

Rückwaschen mit Reinigungspulver löst Kaffeeöle aus der Brühgruppe, Entkalken schützt Kessel und Leitungen. Mit einem passenden Schraubendreher lässt sich das Duschsieb zum Reinigen abnehmen.

Was du dir sparen kannst

OPV-Feder für 9 bar: Bei älteren Modellen war der Brühdruck ab Werk zu hoch, deshalb wurde oft eine andere Feder im Überdruckventil eingebaut. Bei der Classic E24 und der Classic UP ist der Druck bereits auf 9 bar eingestellt. Der Umbau bringt dort nichts.

PID nachrüsten: Eine PID-Regelung hält die Temperatur genauer als ein Thermostat. Nachrüsten heißt aber, die Maschine zu öffnen und an der 230-Volt-Elektrik zu arbeiten. Das ist nur etwas für Fachleute, und für Schäden durch den Umbau greift die Gewährleistung nicht mehr. Die Classic UP hat eine Dual-PID ab Werk, inklusive Manometer und Vorbrühfunktion.

Faustregel: Erst Mühle, Waage und Tamper. Wenn danach der Wunsch nach Temperaturkontrolle bleibt, ist die Classic UP der saubere Weg.

Used in this article

Frequently asked questions

Passt jeder 58-mm-Siebträger an die Gaggia Classic?

Nein. Das Bajonett der Classic ist etwas anders gebaut, deshalb passen nicht alle Siebträger anderer Hersteller. Mit einem Original-Gaggia-Siebträger gehst du auf Nummer sicher.

Welcher Tamper passt?

Ein Tamper mit 58 mm Durchmesser. Manche Präzisionssiebe sind etwas weiter; dann passt ein Tamper mit 58,4 mm noch besser an den Rand.

Brauche ich für die Gaggia Classic eine eigene Mühle?

Ja, für Espresso unbedingt. Sie muss sehr fein und in kleinen Schritten mahlen. Vorgemahlener Kaffee ist meist zu grob und verliert schnell sein Aroma.

Lohnt sich die Classic UP gegenüber der E24?

Wenn du Brühtemperatur und Vorbrühen selbst einstellen und am Manometer den Druck sehen willst, ja. Für den Einstieg und einfache Bedienung reicht die E24.

Wie oft sollte ich die Maschine reinigen?

Bei täglicher Nutzung etwa einmal pro Woche mit Reinigungspulver rückwaschen und je nach Wasserhärte entkalken. Die Angaben von Gaggia in der Bedienungsanleitung gehen vor.

More on this topic