Gaggia Classic
Gaggia Classic: die sinnvollsten Upgrades

Die drei Upgrades mit der größten Wirkung sind eine gute Espressomühle, ein passender 58-mm-Tamper mit Verteilwerkzeug und eine Waage. An der Maschine selbst musst du bei der Classic E24 und der Classic UP nichts umbauen: Beide arbeiten ab Werk mit 9 bar Brühdruck.
Warum die Gaggia Classic eine gute Basis ist
Die Gaggia Classic wird seit 1991 gebaut und ist eine der bekanntesten Siebträgermaschinen für zu Hause. Ihr größter Vorteil ist der 58-mm-Siebträger: Das ist das Format der Gastronomie, für das es Zubehör in großer Auswahl gibt.
Viele Upgrades, die für ältere Modelle empfohlen werden, sind bei den aktuellen Maschinen schon ab Werk an Bord:
| Classic E24 | Classic UP | |
|---|---|---|
| Brühdruck ab Werk | 9 bar | 9 bar |
| Kessel | Messing | Messing |
| Temperaturregelung | Thermostat | Dual-PID für Brüh- und Dampftemperatur |
| Manometer | nein | ja |
| Vorbrühfunktion | nein | 3-stufig |
| Shot-Timer | nein | ja, im Display |
| Dampflanze | Profi-Dampflanze | Profi-Dampflanze |
Quellen: happycoffee, Produktdaten der Classic UP: BaristaDelight-Produktseite.
Wer eine E24 hat, holt mit dem richtigen Zubehör viel heraus. Wer noch vor dem Kauf steht und Temperatur selbst einstellen will, ist mit der Classic UP besser bedient als mit einem Umbau.
Die Upgrades auf einen Blick
Sortiert nach Wirkung auf den Espresso. Kein Upgrade erfordert, die Maschine zu öffnen.
| Upgrade | Wirkung | Aufwand | Bei uns |
|---|---|---|---|
| Espressomühle | sehr hoch | gering | Gaggia MDF 55 |
| Waage | hoch | gering | Timemore Mirror Mini |
| Tamper 58 mm | mittel | gering | Gaggia Tamper mit Eschenholz, Rhino Pro Black, Barista Space C2 |
| Verteilung (WDT) | mittel | gering | Barista Space C3 Nadel-Tamper, Rhino Dosing-Trichter |
| Präzisionssieb | mittel | gering | – |
| Holzsiebträger | Optik, Griff | gering | Gaggia Milano Holzsiebträger |
| Milchkanne | für Milchgetränke hoch | gering | Rhinowares 360 ml, Barista Hustle Pitcher 2.0 |
| Pflege | erhält die Qualität | gering | Urnex Cafiza 2, Dezcal, Rhino Screen Driver |
Quellen: Kaffeemacher, Novum Coffee.
Die Upgrades im Einzelnen
1. Die Espressomühle
Die Mühle entscheidet beim Espresso mehr als die Maschine. Sie muss sehr fein und in kleinen Schritten mahlen, sonst läuft der Shot zu schnell oder gar nicht durch. Vorgemahlener Kaffee oder eine Filtermühle reichen dafür nicht. Die Gaggia MDF 55 stammt ebenfalls von Gaggia und passt optisch zur Classic; wer lieber von Hand mahlt, nimmt eine Handmühle mit feiner Verstellung wie die 1Zpresso K-Ultra oder die Comandante C40.
2. Die Waage
Mit einer Waage misst du Kaffee im Sieb und Espresso in der Tasse. Ein üblicher Startpunkt ist 18 g Kaffee für rund 36 g Espresso in 25 bis 30 Sekunden. Erst mit festen Mengen weißt du, ob eine Änderung am Mahlgrad wirklich geholfen hat.

3. Tamper und Verteilung
Ein Tamper, der genau ins Sieb passt, verdichtet den Kaffee gleichmäßig bis an den Rand. Vorher löst ein Nadelwerkzeug (WDT) Klumpen im Kaffeemehl, damit das Wasser nicht an einer Stelle durchschießt. Ein Dosiertrichter verhindert, dass dabei etwas danebenfällt.

4. Ein Präzisionssieb
Das mitgelieferte Sieb ist solide, aber einfach gelocht. Ein Präzisionssieb mit gleichmäßigen Löchern lässt das Wasser gleichmäßiger durch. Wichtig: Das Sieb muss zum Gaggia-Siebträger passen.
5. Der Holzsiebträger
Der Gaggia-Milano-Holzsiebträger verändert nicht den Geschmack, aber Griff und Optik. Weil das Bajonett der Classic etwas anders gebaut ist als bei anderen Maschinen, passt nicht jeder 58-mm-Siebträger. Mit dem Original von Gaggia bist du auf der sicheren Seite.
6. Milchkanne
Für Cappuccino und Flat White brauchst du eine Kanne mit gutem Ausguss. Die Profi-Dampflanze der Classic schafft feinen Milchschaum, eine 360-ml-Kanne reicht für ein bis zwei Getränke.
7. Pflege
Rückwaschen mit Reinigungspulver löst Kaffeeöle aus der Brühgruppe, Entkalken schützt Kessel und Leitungen. Mit einem passenden Schraubendreher lässt sich das Duschsieb zum Reinigen abnehmen.
Was du dir sparen kannst
OPV-Feder für 9 bar: Bei älteren Modellen war der Brühdruck ab Werk zu hoch, deshalb wurde oft eine andere Feder im Überdruckventil eingebaut. Bei der Classic E24 und der Classic UP ist der Druck bereits auf 9 bar eingestellt. Der Umbau bringt dort nichts.
PID nachrüsten: Eine PID-Regelung hält die Temperatur genauer als ein Thermostat. Nachrüsten heißt aber, die Maschine zu öffnen und an der 230-Volt-Elektrik zu arbeiten. Das ist nur etwas für Fachleute, und für Schäden durch den Umbau greift die Gewährleistung nicht mehr. Die Classic UP hat eine Dual-PID ab Werk, inklusive Manometer und Vorbrühfunktion.
Faustregel: Erst Mühle, Waage und Tamper. Wenn danach der Wunsch nach Temperaturkontrolle bleibt, ist die Classic UP der saubere Weg.
Im Artikel verwendet






































